Der Notar nimmt grundsätzlich keine Parteiinteressen wahr, sondern berät und arbeitet unparteiisch für seine Mandanten.

In zahlreichen Fällen schreibt das Gesetz vor, dass die Parteien ohne einen Notar nicht auskommen, etwa weil zur Rechtssicherheit ein Vertrag notariell beurkundet werden muss.

Zu den Hauptgebiete der notariellen Tätigkeit zählen

  • Beurkundung von Verträgen über Immobilien aller Art (z.B. Grundstückskaufverträge)
  • Beurkundung von Testamenten und Erbverträgen
  • Beurkundung von Gesellschaftsverträgen (z.B. zur Gründung einer GmbH)
  • Beurkundung oder Beglaubigung von Vollmachten
  • Aufnahme von Erbscheinsanträgen
  • Beglaubigung von Unterschriften

Die Kosten der notariellen Tätigkeit sind – wie die Anwaltsgebühren – gesetzlich geregelt. Über ihre Höhe können Sie sich mit Hilfe des folgenden Links informieren:

Gebühren notarieller Tätigkeit nach der Kostenordnung

Die Gebührentabelle verdeutlicht, dass die Kosten notarieller Tätigkeit oft überschätzt werden.

Dazu nur zwei Beispiele:

   Der Kauf eines Hausgrundstücks zum Preis von 250.000,00 EUR kostet – einschließlich aller Gebühren, die bei der Abwicklung über ein notarielles Anderkonto anfallen, und zusätzlicher Beurkundung einer Grundschuld in Höhe von 200.000,00 EUR für die Kaufpreis- finanzierung – rd. 2.450,00 EUR, also weniger als 1 % des Kaufpreises.

   Wer z.B. ein notarielles Testament errichten möchte, zahlt dafür bei einem Aktivvermögen von 125.000,00 EUR rund 295,00 EUR; die Hinterlegung dieses Testaments beim Amtsgericht kostet weitere 63,00 EUR. Handelt es sich um ein gemeinschaftliches Ehegattentestament, fallen rd. 590,00 EUR an (zuzüglich 63,00 EUR Hinterlegungskosten).

► Aber:  Wer ein notarielles Testament hat, muss später keinen Erbscheinsantrag stellen, sondern bekommt den Erbschein „so“ (also ohne Erbscheinsantrag). Ein Erbschein ist unbedingt erforderlich, wenn der Verstorbene ein Grundstück hinterlassen hat und der Erbe nunmehr für die Berichtigung des Grundbuchs sorgen muss. Wer dann nur ein (hoffentlich widerspruchsfreies und wirksames) eigenhändiges Testament hat, muss für den Erbscheinsantrag einen Notar beauftragen. Und dieser Erbscheinsantrag wird dann im Ergebnis eine halbe Gebühr teurer als ein notarielles Testament und trifft z.B. die Witwe nach dem Tode des Ehemannes, der vielfach der „Hauptverdiener“ war.

  • Sparen Sie also nicht an der falschen Stelle! Machen Sie ein Testament außerdem schon in jungen Jahren, wenn Ihr Vermögen noch geringer ist, weil Sie erst am Beginn einer beruflichen Karriere stehen. Denn je geringer Ihr Vermögen ist, desto weniger müssen Sie für das Testament bezahlen.
     
  • ► Bitte, bedenken Sie auch: Ein eigenhändig ge- und unterschriebenes Testament kostet Sie zwar nichts, wenn Sie es errichten. Kommt es später aber zu Streitigkeiten unter den Erben, weil Sie keine klaren Anordnungen getroffen haben, ist nicht nur der Familienfrieden dahin, sondern meist auch viel Geld für Gerichtsverfahren. Hat hingegen der Notar einen vermeidbaren „Kunstfehler“ gemacht, können Sie seine Haftpflichtversicherung in Anspruch nehmen, selbst wenn das Testament schon viele Jahre alt ist. Denn die Verjährungsfrist für einen Notarregress beginnt erst mit der Kenntnis vom Schaden.

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letzte Änderung  03.09.2004